Diese alte Pumpe schmückt jetzt den Hof der Heimatstube.

Das seltene Stück kommt aus Amern und wurde dem Heimatverein geschenkt.

Sie stand auf dem Hof der früheren Metzgerei Smets. Dankeschön!

Aber ohne Volker Berndt hätte der Ab und Anbau nicht geklappt. Ebenfalls ankeschön!

Man beachte das Schild und den Text, das neben der Pumpe hängt.

Kunstvoll beschriftet von Astrid Babucke. Nochmals ein Dankeschön!

 

Wir sind ganz stolz. - Die Pomp wird es "be oss en Neel" guthaben -

An den

Rat der Gemeinde Schwalmtal

z. Hd. Herrn Bürgermeister Andreas Gisbertz

Historischer Ortskern von Waldniel; hier: Denkmalschutz

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

namens und im Auftrag des Heimatvereins Waldniel bitte ich den Rat, in der nächsten Sitzung folgenden Beschluss zu fassen:

1. Zur Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes wird der Ortskern von Waldniel unter Denkmalschutz gestellt.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, die hierzu erforderliche Satzung nach § 5 Abs. 1 des Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler im Lande Nordrhein-Westfalen
(Denkmalschutzgesetz - DSchG) zu erstellen.

Begründung:

Als um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Herzogtum Jülich neben den wichtigen Städten auch die Dörfer mit besonderer Bedeutung durch Befestigungsanlagen gesichert wurden erhielt auch Waldniel einen Umfassungswall mit Graben. Damit waren die Grenzen des Waldnieler Ortskern festgelegt, die für fast vier Jahrhunderte Bestand haben sollten. Der bewohnbare Raum innerhalb der Wälle betrug von Norden nach Süden nur 275 m und von Osten nach Westen 300 m. Dennoch entwickelte sich hier über die Jahre ein reges und geschäftiges Leben. Wie der Anlage 1 zu entnehmen ist, sind die damals festgelegten Grenzen auch heute noch gut nachvollziehbar.

In den noch vorhandenen alten Häusern lässt sich der Charme des alten Flecks Waldniel wiederfinden und vielfach erkennt man auch noch die rechteckige, mit einer Schmalseite zur Straße liegende Grundform der einzelnen Grundstücke, die offensichtlich seit dem Mittelalter bei der Aufteilung der Grundstücke in vielen niederrheinischen Orten verbindlich war. Das Wohnhaus lag vorne an der Straße. Wenn es räumlich möglich war, führte neben dem Wohnhaus eine schmale Zufahrt zu dem dahinterliegenden Bereich. Hier waren in der Regel Wirtschaftsgebäude wie Scheunen, Ställe oder Schuppen untergebracht, wobei oft noch ein kleiner Hofraum frei blieb. Vielfach befand sich zwischen zwei Häusern auch ein schmaler Streifen, der nicht unbedingt zur Erreichung der Wirtschaftsgebäude diente. Vielmehr handelte es sich dabei um eine sogenannte „Siep“, also eine Fläche zum Auffangen und Ableiten des Regenwassers, da es in früheren Zeiten noch keine Dachrinnen gab und das Regenwasser von den Dächer ungehindert zu Boden fiel und dort irgendwie weitergeleitet werden musste. Heute sind diese schmalen Durchlässe leider überwiegend überbaut.

Nach § 2 Abs. 3 DSchG sind Denkmalbereiche Mehrheiten von baulichen Anlagen, und zwar auch dann, wenn nicht bei jeder dazugehörigen einzelnen baulichen Anlage ein öffentliches Interesse an deren Erhaltung und Nutzung besteht. Wohl muss nach § 2 Abs. 1 DSchG eine gewisse Bedeutung haben „für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen … und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen“. Somit können Stadtgrundrisse, Stadtteile oder Siedlungen Denkmalbereiche nach § 2 Abs. 3 DSchG sein.

Wie die Rösler-Siedlung, die durch Ratsbeschluss vom 07.09.1993 unter Schutz gestellt worden ist, handelt es sich bei dem alten Waldnieler Ortskern ebenfalls um einen solch schutzwürdigen Bereich. Dabei ist die Unterschutzstellung dringend erforderlich, um eine weitere bauliche Veränderung des Erscheinungsbildes zu verhindern.

Die als Anlage 2 beigefügte Karte, die in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden sein dürfte, zeigt die Grenzen und die Kleinteiligkeit der Grundstücke und der Bebauung. Das Gleiche erkennt man auf dem als Anlage 3 beigefügten Foto. Es zeigt ein Modell des alten Waldnieler Ortskerns, das im Museum Burg Linn neben anderen Stadtmodellen zu sehen ist, die das Aussehen verschiedener niederrheinischer Städte in früheren Zeiten veranschaulichen. Die hier an Hand alter Katasterunterlagen dargestellte Situation zeigt eine Ansicht aus der Zeit um etwa 1830. Auch hier fällt die kleinteilige Bebauung ins Auge.

In den letzten Jahrzehnten sind an vielen Häusern Umgestaltungen vorgenommen worden, die das bis dahin gegebene relativ einheitliche Bild verzerren. Betrachtet man zudem einige der in diesem Zeitraum errichteten Neubauten, so fällt jedem neutralen Betrachter sofort deren überdimensionierte Größe auf. Geht diese Entwicklung ungebremst weiter, so wird in einigen Jahren vom historischen alten Ortskern kaum mehr etwas zu sehen sein.

Als Heimatverein von Waldniel sind wir sehr an der Bewahrung unseres schönen Ortes interessiert. Wenn auch auswärtige Besucher immer noch die recht gemütliche, heimelige Atmosphäre unseres Ortes bewundern, so muss unseres Erachtens dringend etwas zu ihrem Schutz unternommen werden. Dabei geht es uns darum, das historische Erscheinungsbild soweit wie möglich zu retten und nicht darum, einzelne Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Das ist Sache der jeweiligen Eigentümer und soll es auch bleiben.

Mit unserer Aktion, an markanten Gebäuden Denkmalschilder anzubringen haben wir einen ersten Schritt getan, unsere Gemeinde für unsere Mitbürger, Neubürger und Besucher attraktiv zu machen. Gerade die Wochenend-Radtouristen suchen immer neue lohnenswerte Ziele, und unser Ortskern ist ein solches Ziel und sollte es auch in Zukunft bleiben, alles andere wäre ein herber Verlust für die Gemeinde Schwalmtal.

Mit freundlichen Grüßen,


 


 

 


Corona hat uns noch fest im Griff, daher konnten noch keine neuen Aktivitäten geplant werden.